Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Bericht.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Feb | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | |||
3.5.2009 von Robert.
Frühling 2009. Schauplatz: ein unscheinbarer Parkplatz im Süden Münchens. Stammtischler Ilona und Robert steigen die Treppen zu einer Tiefgarage hinunter. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit. Im Halbdunkel sind einige Kartons und undefinierbare elektronische Geräte zu erkennen. Dahinter ein Verschlag mit mehreren Kartons. Es riecht nach Benzin und Autoreifen. Aus einer Stahltür zur Linken scheint Neonlicht - das muß es sein: die Grossrechnerabteilung des Computermuseums München.
Ilona und Robert treten ein und werden freudig von einem älteren Herren begrüßt. Es findet gerade eine Führung mit drei Teilnehmern statt. Der ältere Herr erklärt gerade die Funktionsweise eines Lochkartenstanzers von Control Data. Er öffnet das Gehäuse des Gerätes zieht eine Platine in Zigarettenschatelgröße aus dem Gerät und ruft: “das ist ein Flipflop!”. Die Besucher staunen - manche staunen darüber, weil sie nicht wissen was ein Flipflop ist, andere staunen darüber, dass ein Flipflop so groß und so analog sein kann.
Die Führung geht weiter. Es werden Großrechner der Control Data Corporation und deren Peripherie präsentiert. Zudem gibt es historische Platinen mit Kernspeichern zu bewundern - ein Board von der Größe eines Posters hatte immerhin eine Kapazität von einem Megabit. Der ältere Herr betont, dass man mit etwas Fingerspitzengefühl bei einem Kernspeicher durchaus mal ein kaputtes Kabel wechseln kann - das sollte mal jemand bei einem modernen RAM-Speicher probieren. An der Wand lehnt die Magnetscheibe einer historischen Festplatte. Sie hat die Größe eines Wagenrades und faßt immerhin 3 Megabyte.
Die Führung nähert sich ihrem Höhepunkt: einer der Control Data Großrechner wird hochgefahren. Ein elektrisches Surren erfüllt den Raum. Die Lampen an den Magnetbandspeichern und am Drucker fangen an zu blinken.
Ein Monitor gibt Statusmeldungen aus. Die grünen Zeichen wirken fremdartig - fast wie die Zeichen auf dem Display eines Raumschiffs in einem Science-Fiction Film oder wie Keilschrift in grün. Es handelt sich um ein Vektor-Display, das alle Zeichen aus Kreisbögen oder Geraden zusammensetzt. Daneben ein Speicherdisplay - neue Textzeilen werden in grellem Grün auf das Display geschrieben - der Effekt wirk futuristischer als im Film Matrix.
Nach geraumer Zeit ist das System betriebsbereit. Der ältere Herr am Terminal startet einen Druckauftrag und schreibt Daten auf den Magnetbandspeicher. Der Drucker bedruckt seitenweise Papier während der Magnetbandspeichern knurrende Geräusche von sich gibt.
Die Führung geht im benachbarten Raum weiter. Es gibt einige Großrechner von Cray und NEC zu sehen. Jede dieser Maschinen hat noch vor wenigen Jahren zweistellige Millionenbeträge gekostet. Jetzt stehen die Maschinen stromlos wie ausgestorbene Technologie-Dinosaurier dicht an Dicht.
Beim umherschlendern durch die schmalen Gänge zwischen den Rechnern, bieten sich immer wieder interessante Einblicke in das Innenleben der Großrechner: Stromversorgung mit fingerdicken Stromschienen, dicke Bündel von Kabeln wachsen aus den Leiterplatten, dazwischen Wasserleitungen für die Kühlung der Prozessoren.
Der kurzweilige Rundgang endete nach etwa 90 Minuten. Das Museum ist ein echter Geheimtipp für Informatiker - hier kann man noch funktionierende Retro-Technologie in Aktion bestaunen. Und das besondere: einer der beiden älteren Herren (welcher sich nach Internetrecherche als der Gründer des Computermuseums herausstellte) ist eigentlich selbst eine Attraktion: er hat in seiner beruflichen Karriere selbst mit Control Data Computern gearbeitet und ist daher in der Lage diese Geräte souverän zu bedienen.
Fazit: ein absolut sehenswertes Computermuseum mit funktionsfähiger Hardware und originalen, gut erhaltenen Operateuren. Sollte sich ein Leser des Montagsstammtisch-Blogs berufen fühlen selbst mal Hand an die antike Hardware zu legen: einige der Maschinen sind Samstags per Remotezugriff über das Internet zu erreichen.
Geschrieben in Besuch, Bericht | 2 Kommentare »
31.3.2009 von Hermann.
München, 29.4.2009 - So sehr habe ich mich auf den neuen Tatort mit den Münchner Kommissaren Batic und Leitmayr (gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) gefreut und dann das: Das soll ein Krimi gewesen sein? Es wirkte mehr wie eine Slapstick-Komödie ala “Non stop Nonsens” von Didi Hallervorden, nur mit weniger Niveau. Es fing schon beim Szenario an. Ein Mord in der esoterischen Astrologenszene. Wer kam denn auf diese Schwachsinns-Idee? Spätestens nachdem Batic beim Nordic Walking (!!!) es schaffte, seinen Fuss zu verstauchen und von alten Münchner Damen träumte, die samt Hund am Mond vorbeiradeln wie einst E.T., da war mir klar: dieser Fernseh-Abend ist nun wohl total versaut!
Doch man glaubt es kaum - es kam noch schlimmer. Z.B. als Leitmayr versuchte, einen Verdächtigen zu fassen, der floh. Der Verdächtigte bewegte sich langsamer als Batic beim Nordic Walking mit verstauchtem Bein und trotzdem holte ihn Leitmayr auf seiner Flucht durch endlose Wälder und Flüsse einfach nicht ein. Erst als der Verdächtigte so tat, als wäre er eine Statue, um sich unsichtbar zu machen, konnte Leitmayr ihn fassen. Ein absolutes Wunder, dass Leitmayr auf diesen genialen “Trick” nicht hereinfiel.
Die anderen Szenen waren meist noch absurder: Verdächtige entführten Katzen, trugen falsche Bärte, sprachen halbnackt mit der Jungfrau Maria, versuchten mit Golfschlägern alte Damen umzubringen, wobei sie ins Wasser fielen oder sie wurden von Rollstuhlfahrern verfolgt und versteckten sich in Mülltonnen. Diese Szenen passten in einen Krimi wie Hauptkommissar Schimanski in die Oper.
Carlo (gespielt von Michael Fitz), der früherer Gehilfe der beiden Kommissare, hätte sicherlich die eine oder andere Szene noch gerettet. Doch der hatte ja im Tatort zuvor seinen letzten Auftritt. Nun kam also “die Neue”. Leider wurde diese Rolle total fehlbesetzt. Wie konnte man nur eine Frau mit Kurzhaarschnitt dafür auswählen, die kein Wort bayerisch spricht? Es spricht ja eh keiner bayerisch im Münchner Tatort - das ist schon schrecklich genug. Aber dass nun die “Neue” ausgerechnet in fürchterlichem Schweizer-Deutsch daherlabern muss - das ist ja nicht zum Aushalten. Da hat auf der Besetzungscouch wohl ein Saupreis gelegen, der Schweizer-Deutsch mit Oberpfälzisch (Anmerkung der Redaktion: die typische Sprache der Münchner Polizisten) verwechselt hat. Wenigstens eine Österreicherin hätte man da auswählen können. Denn auf Österreicher trifft man in München wesentlich häufiger als auf Schweizer. Es bleibt nur zu hoffen, dass die neue Kollegin bald wieder nach Basel versetzt wird.
Bevor das nun so weitergeht beim Münchner Tatort, sollten wohl auch Batic und Leitmayr lieber in Pension geschickt werden. Dann braucht sich Batic auch nicht mehr die Haare zu färben. Vielleicht könnte man ja einfach die Tatort-Kommissare Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Franz Kappl (Maximilian Brückner) nach München versetzen. Die passen da eh viel besser hin als nach Hannover bzw. Saarbrücken. Oder reanimiert doch einfach Schimanski! Der kann zwar auch nicht bayerisch - aber reden tut der eh nicht so viel, sondern lieber prügeln. Als erstes sollte er gleich mal den Regisseur und Drehbuchautor von “Gesang der toten Dinge” verprügeln. Nix für unguat!
Geschrieben in Film, Test, Kultur, Kritischer Kommentar | 2 Kommentare »
17.2.2009 von Robert.
Warum sollte man sich diesen Film über das traurige, bewegende Schicksal des Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg im Kino ansehen? War doch erst kürzlich ein bereits sehr beeindruckender Fernsehfilm zum gleichen Thema im Fernsehen zu sehen (http://de.wikipedia.org/wiki/Stauffenberg_(Film)).
Gut, dieser Film hat schon im Vorfeld wegen seiner Besetzung mit dem nicht ganz unumstrittenen Scientologen Tom Cruise viel Aufsehen erregt. Aber das kann kein Grund sein. In “Operation Walküre” ist ein sehr untypischer Tom Cruise zu sehen. Authentisch gespielt, wenig Hollywood. Tom Cruise wirkt als Stauffenberg nicht überzogen - man hat sich also wirklich Mühe gegeben mit dem Film dokumentarisch zu bleiben.
Trotzdem ist dieser Film kein cineastisches Highlight. Der Film ist nur in einer Beziehung ein Highlight: er enthält unglaublich viele Fehler.
Schon nach wenigen Minuten fällt dem aufmerksamen Zuseher in einer Szene auf, dass von oben ein Mikrofon in die Szene ragt. Gut, kann ja mal passieren. Sollte aber nicht acht mal in 90 Minuten passieren - schon gar nicht in einer aufwendigen Hollywood-Produktion.
Doch als wäre das nicht genug: auch bei den Special Effects wurde geschlampt: man hat Tom Cruise in den meisten Szenen schön zwei seiner fünf Finger wegretuschiert - schließlicht hatte der echte Stauffenberg einige Finger und seine Hand bei einem Bombenangriff verloren. Toll gemacht, wirkte sehr authentisch. Seltsam ist nur, dass die Cruise’schen Finger nach Lust und Laune plötzlich mal wieder da, oder auch mal wieder weg waren. Flackernde Finger gewissermaßen.
Dann wären da noch die Szenen vor der Kaserne des Ersatzheeres. Hier hat man mal das Gebäude korrekt zurechtretuschiert, mal aber auch nicht. In einigen Einstellungen ist klar die Neonschrift “Messe Berlin” auf dem Dach des Gebbäudes zu sehen.
Am Ende des Filmes fragt man sich schon, wie es möglich ist, so viele Fehler im Film zu übersehen. Wohlgemerkt: diese Fehler sind schon beim erstmaligen Ansehen des Filmes aufgefallen - vermutlich würde man beim nochmaligen Ansehen deutlich mehr Fehler finden.
Fazit: ein dokumentarisch gut gemachter, aber schlampig umgesetzter Film. Aber auch ein lustiges Suchspiel für Rätselfreunde.
Geschrieben in Film, Kritischer Kommentar | 3 Kommentare »
1.2.2009 von Robert.
München im Januar 2009: die OOP öffnete mal wieder für eine informative Woche lang ihre Pforten. Stammtischler Robert war in informatischer Mission für den Montagsstammtisch vor Ort um die aktuellen Softwareentwicklungs-Trends des Jahres 2009 einzufangen … vor Allem aber auch um fünfmal täglich einen Kaffee zu trinken.
Eingedampftes fachliches Fazit einer Woche: alles beim Alten. Man entwickelt nach wie vor agil. Man versucht das selbstorganisierende, agile Chaos durch Metriken zu steuern. Microsoft konnte durch agile Prozesse seinen Bugcount von 30.000 auf nur noch 5.000 senken. Das Wort des Jahres heißt “drailing” (drunken mailing) und Google Mail bietet sogar eine Funktion zur drailing-Vorbeugung. Das Buzzword des Jahres ist wiederum Soft Skills. Das wird sich aber sicherlich bis nächstes Jahr erledigt haben - schließlich ist allerseits bekannt, dass Buzzwords eine maximale Lebensdauer von zwei Jahren haben. Robert’s Prognose für 2010: das Wort des Jahres wird Multicore/Parallelisierung/Multithreading/Cloud Computing.
Ein besonderes Highlight war die Neuvorstellung einer ganzen Serie von Rechenmaschinen durch Dr. Ing. Horst Zuse. Er präsentierte auf der OOP die Rechenmaschinen Z1 bis Z22. Der Knaller: diese Z1 benötigt offenbar keinerlei Transistor-Technik-Schnickschnack, sondern besitzt einen Metallplättchenspeicher. Die Abwärme-Problematik von Prozessoren wurde bei der Z1 durch einen genialen Trick umgangen: die Taktfrequenz wurde einfach auf 1 Hz reduziert. Superclever. Unklar blieb aber, wo diese Z1 zu kaufen ist - Dr. Zuse erwähnte, dass die Zuse KG wohl inzwischen insolvent ist. Kein Wunder bei der gerade herrschenden Wirtschaftskrise.
Die wohl größten Neuigkeiten gibt es im Bereich der Merchandising-Artikel zu vermelden. Wie jedes Jahr, fiel auch im OOP Jahr 2009 der Compuware-Stand durch gewohnt agressives, aber nicht uncharmantes Marketing auf. So wurde Robert mit gleich zwei innovativen Merchandising-Produkten versorgt: eine USB Gummi-Gitarre und ein USB Leucht-Lautsprecher.
Die wunderbare USB Gummi-Gitarre mit integriertem 2 GB USB Stick.
Der formschöne Leucht-Lautsprecher mit USB-Anschluss.
Zwei Kollegen von Robert hatten weniger Glück: sie mußten mit einem inzwischen veralteten Produkt vorlieb nehmen: ein IPod Touch mit 16 GB Speicher. Es kann halt nicht jeder Glück haben.
Und so konnte Robert auch dieses Jahr wieder großartige Inspirationen von der OOP 2009 mitnehmen.
Geschrieben in Bericht | 2 Kommentare »
2.11.2008 von Robert.
Hannover, 25 Jahre nach der Erfindung der Zeitschrift c’t. Die Zeitschrift c’t feierte ihren 25. Geburtstag und der Montagsstammtisch war live mit dabei. Eine Abordnung des Montagsstammtischs - bestehend aus Stammtischler Robert - war vor Ort um Stimmungen einzufangen, den Montagsstammtisch zu repräsentieren, aber vor allem um auf das Wohl der c’t mit anzustoßen.
Der Heise Verlag ließ sich nicht lumpen und lud zu einer Verlagsführung und zu einer Geburtstagsparty im GOP Variete Hannover (http://www.variete.de/Hannover/) ein.
Die Verlagsführung war ganz nach dem Geschmack von Robert: zu sehen gab es das Allerheiligste des Verlages (die verschiedenen Testlabore - das Audio-Labor wirkt fast altarartig), das allerwichtigste Utensil für Elektronik-Enthusiasten (Kabel, Kabel und nochmals Kabel) und den allerheiligsten Redakteur des c’t Magazins: Herrn Schnurer (hat ein bisserl was von Gernot) - vielen vor allem aus dem Fernsehen bekannt (http://www.heise.de/ct-tv/)
Fast ein wenig sentimental wurde Robert, als er im c’t Computermuseum einen CBM (Commodore BüroMonster) zu Gesicht bekam. Erinnerte ihn doch diese Maschine an seine ersten Programmier-Gehversuche in BASIC zu seiner Schulzeit.
Auch im Abendprogramm im GOP Variete wurden einige Blicke zurück in die Vergangenheit geworfen - aber kommen wir erst zum kulinarischen Teil: geboten wurde ein höchst bekömmliches Buffet. Alle Stammtischler hätten ihre Freude daran gehabt. So blieb es allein an Robert die Mengen zu verspeisen, die normalerweise der gesamte Stammtisch verspeist hätte. Wichtige Zusatzinformation für den Montagsstammtisch: als Getränk wurde König Ludwig Weißbier gereicht.
Das Abendprogramm bestand aus einer Reihe von Filmvorführungen und Live-Aufführungen bzw. Interviews. Eines der Highlights war sicherlich die Laudatio von Peter Glaser (http://blog.stuttgarter-zeitung.de/?p=1578).
Der gesellige Teil des Abends wurde musikalisch von der Band Ladylike (http://www.ladylike-live.de/) untermalt. Eine optisch sehr gelungene Band, die allerdings auch musikalisch viel zu bieten hatte. Im Gegensatz zu einer Band, die der Montagsstammtisch schon einmal auf dem TUNIX erdulden mußte, war Bandmitglied Lydia Denkmann durchaus in der Lage Ihr Saxophon zu spielen. Hans’N'Moses konnte die Band Ladylike trotz hoher Professionalität natürlich nicht das Wasseer reichen.
Und so klang der Abend in geselliger Runde mit 200 c’t Lesern und Redakteuren aus und Stammtischler Robert fiel voll von positiven Eindrücken in sein vier Sterne Bett im vier Sterne Hotelzimmer des vier Sterne Hotels Crowne Plaza, das freundlicherweise ebenfalls der Heise Verlag bezahlte.
Was für ein Geburtstag!
Robert
Geschrieben in Geburtstag, Kultur, Feier, Bericht | 2 Kommentare »
28.8.2008 von Hermann.
Princeton, 28.8.2008 - Ein etwa 40-jähriger Mann steht auf der Bühne in einer Halle mit ca. 10.000-20.000 Besuchern. Er hält eine Rede. Er erzählt von seiner Mutter, die bei einem Autounfall ums Leben kam. Er berichtet von seinem Vater, der jeden Tag zu ihm ins Krankenhaus fuhr und für ihn das Frühstück machte. Eine schwarze Frau wischt sich Tränen aus dem Gesicht. Nein - das ist nicht die Jahreshauptversammlung der anonymen Alkoholiker, das ist der Parteitag der Demokraten in den USA. Der Redner ist Joe Bidens Sohn. Sein Vater ist der Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten und sein Sohn wirbt für ihn. Das Hauptargument: So wie Biden für seine Familie da war, wird er für Amerika da sein. Die schwarze Frau mit den Tränen ist übrigens die Frau von Barack Obama. Und letzterer ist der Präsidentschaftskandidat. Nach der Rede seines Sohnes kommt Joe Biden auf die Bühne, nimmt seinen Sohn in den Arm und erzählt, wie verdammt stolz er auf seinen Sohn ist. Die Menge im Stadion jubelt frenetisch. Danach erzählt er 10 Minuten von seiner tollen Mutter, davon, dass er früher gestottert habe, aber seine Mutter ihm immer Mut zugesprochen habe und er deshalb die Welt führen möchte. Die Mutter sitzt auch in der Halle und lächelt etwas verlegen. Zuvor wurde Hillary Clinton von ihrer Tochter begrüßt und in den Arm genommen, danach nahm Biden seine ganze Großfamilie mit Enkeln und Mutter in den Arm, dann kam überrschenderweise auch noch Obama, herzte Biden, erzählte, dass Hillary rockt und küsste alle Familienmitglieder der Bidens, die so rum standen (das dauerte gefühlte 20 Minuten). Ein guter Kanidat zeichnet sich in den USA aus durch eine Familie, die er stolz anführt.
Am zweitwichtigsten ist eine Vergangenheit als Patriot und Vorzeigeheld, am besten als Kriegsheld. Der Gegenkandidat von Obama McCain kann immerhin eine Vietnamkriegsgefangenschaft nachweisen. Herr Obama konntert mit seinem Großonkel, der im 2. Weltkrieg half, ein Konzentrationslager zu retten und zu vernichten.
Was bedeutet das für den Stammtisch: nur wenige Stammtischler gäben einen geeigneten amerikanischen Präsidenten ab. Gernot fällt schon mal aus: geschieden, Hermann ebenso: unverheiratet, kinderlos und fast alle Verwandten sind im Krieg verstorben. Robert war nicht bei der Bundeswehr sondern bei der Feuerwehr. Auch wenn die Feuerwehr seit 9/11 an Bedeutung gewonnen hat, ohne Soldatenerfahrung bist Du nichts in den USA. Am ehesten kämen wohl Berni und Frank als amerikanischer Präsident in Frage. Absolut vorzeigbare Familien, die man gut in den Arm nehmen kann. Doch Berni hat mit seiner österreichischen Staatsbürgerschaft zu kämpfen. Daran scheiterte zumindest die Bewerbung von Arnold Schwarzenegger um das Präsidentenamt. Immerhin kann Berni noch Governeur werden (siehe Arnold). Bliebe also nur noch Frank.
Inhaltlich muss ein Präsindentschaftskandidat der USA übrigens nicht groß auftrumpfen. Man redet ein bisschen von “Change” und von dem Anspruch auf die Weltherrschaft und darf auf keinen Fall gegen die Todesstrafe sein. So jetzt schalte ich aber das Programm des Fernsehers mal um: von CNN auf den Sportkanal. Oh nein - Baseball!!!!
Geschrieben in Politik, Land & Leute, Bericht, Kritischer Kommentar | 1 Kommentar »
11.8.2008 von Robert.
(vrnl: Starnberger See, Kinder & Rentner am Starnberger See, Ickinger Stausee)
München im Hochsommer 2008.
Und während die einen Stammtischler die höchsten blauen Höhen erklimmen, tauchen die anderen Stammtischler in tiefste türkise Tiefen ab.
Die Extrembadesportler Illi und Robert hatten dieses Jahr schon einige badetechnische Herausforderungen bewältigt. Neben dem Schyrenbad (Wassertiefe 3m) - das primär wegen des großen Aufkommens an schreienden Kindern herausfordernd ist -sprangen sie zudem schon unzählige Male in der Isar (Wasstertiefe bis zu 5 m). Dabei muß betont werden, dass die Isar insbesondere im Abschnitt Wittelsbacherbrücke bis Reichenbachbrücke ein hohes schwimmerisches Können voraussetzt - schließlich sollen in diesem Bereich schon mehrere Menschen ertrunken sein.
Doch diesen Montag wollten Illi und Robert mehr. Die Badeherausforderung Isar war noch nicht genug. Diesen Montag sollte das sogenannte “Münchener Badedouble” - der Zenith des Bayerischen Badesports - angegangen werden. Unter dem “Münchener Badedouble” versteht der Münchner eine intensive Bebadung zweier Oberbayerischer Gewässer an nur einem Tag. Und tatsächlich: Illi und Robert haben es geschafft! An nur einem Tag bebadeten sie den Starnberger See und den Ickinger Stausee mit insgesamt 5 Badegängen in nur vier Stunden - eine respektable Leistung.
Die Besonderheit des “Münchener Badedoubles” besteht darin, dass damit ein objektiver Vergleich zweier Münchener Badegewässer möglich wird. Hier die Einschätzungen von Illi und Robert.
Starnberger See: glasklares, angenehm warmes, aber dennoch erfrischendes Wasser vor beeindruckendem Alpenpanorama. Ein Duft von Sonnencreme liegt in der lauen Luft. Am Vormittag nur sehr geringes Aufkommen von Badegästen mit Werten von nur 0,0025 Rentnern und Kindern pro Quadratmeter. Nicht gefallen haben laute Stockgeräusche von Nordic Walkern und Gänsekot auf der Liegewiese.
Ickinger Stausee: klares, unglaublich warmes Wasser, durchzogen von erfrischenden Grundwasserströmen. Karibikfeeling am Ufer mit lau plätschernden Wellen. Berauschendes Waldpanorama (Originalton eines australischen Touristen: “Look at the scenery - it’s beautyful!”) bei warm säuselndem Windhauch. Leise murmelnde Badegäste und zirpende Grillen. Nicht gefallen haben: vereinzelte Stechmücken.
Nach dieser rundum gelungenen Aktion, fassen Illi und Robert nun das “Münchener Badetriple” ins Auge. Noch ist unklar, welche Gewässer dabei in Angriff genommen werden sollen.
Mehr dazu - na wo schon? - hier auf dem Montagsstammtisch Blog!
Geschrieben in Bericht, Aktivitäten | 2 Kommentare »
4.8.2008 von Robert.
München an einem ganz normalen Montagsstammtischmontag.
Der Stammtisch diskutiert sich mal wieder die Köpfe heiß und die Stimmen heiser. Die Biere fließen. Worum es geht? Um den Blog. Um die elektronische Zukunft des Montagsstammtischs.
Gerüchtehalber ist der Montagsstammtisch Blogfaul geworden. Blogfaul? Sieht so Blogfaul aus? Hier reiht sich Artikel an Artikel, witziger Einfall an einfältige Witzigkeit und hintersinnige Betrachtung an unsinnige Bemerkung. Der Montagsstammtisch Blog ist Literatur auf allerhöchstem Niveau!
Gut, die Kommentarfreude läßt etwas zu wünschen übrig. Warum die Situation verharmlosen? Die Kommentarfreude ist unter aller Sau! Man könnte schon von den Lesern erwarten, dass Sie wenigstens eine kleine Meinungsäußerung von sich geben, wenn Sie schon so hochklassiges Schreibwerk genießen dürfen. Ein einfaches “Danke für diesen Blog-Artikel - er hat mich sehr bewegt” würde ja oft schon reichen. Oder ein “Eure Artikel erfüllen mich mit Demut. Ihr seid Schreibgötter!” - mehr erwartet der einfache Montagsstammtisch Blogger ja gar nicht.
Aber nein, da wird erst konsumiert und dann die Kommentaroption ganz ignoriert. Wie gut, dass es wenigstens immer einen Kommentierer gibt. So bleiben wenigstens die beiden Blogger in Kontakt.
Diese moderne Welt ist eine Einsame.
Geschrieben in Kritischer Kommentar | 14 Kommentare »
4.4.2008 von Hermann.
“So schee kanns Leben sei!” Das ist wahr, besonders an einem Abend wie diesem im Münchner Lustspielhaus. Schon fast drei Stunden vor dem Kabarettauftritt von Martina Schwarzmann bildete sich eine lange Schlange vor den Türen der Kleinkunstbühne. Doch Cornelia, Eva und Hermann standen ganz vorne und ergatterten so die besten Plätze. Die nun noch zwei Stunden bis zum Auftritt konnten mit gutem, etwas zu warmen Bier von Spaten überbrückt werden.
Dann kam sie. Mit einem akkurat geflochtenen Zopf und zurechtgerückter Brille begann Martina Schwarzmann ihren Auftritt. Sie stellte sich zuerst einmal vor. Insbesondere Nici fing da schon an, zu überlegen, wo denn dieses Überacker überhaupt liegt, aus dem Martina Schwarzmann stammt. Auch ihr bayerischer Dialekt gab Anlass zu Vermutungen. Könnte das ein niederbayerischer oder gar ein oberpfälzer Einschlag sein? Falsch. Der Autor dieser Zeilen hat recherchiert. Es gibt drei Überacker in Bayern. Keines davon liegt in der Oberpfalz oder in Niederbayern. Der wahrscheinlichste Heimatort von Frau Schwarzmann scheint wohl das zwischen Fürstenfeldbruck und Dachau liegende Überacker zu sein. Für alle Orientierungslosen hier die Landkarte:
Größere Kartenansicht
Nachdem diese Frage nun geklärt ist, kommen wir zurück zu Martina Schwarzmanns Auftritt: Sie begann mit dem Thema Wellness, z.B. im Bayerischen Wald. Bei vielen Stammtischlern weckte das Erinnerungen an irgendwelche Freunde und Bekannte, die jedesmal genau davon schwärmen. Ob diese auch in dem von Martina Schwarzmann besungenen Wellness-Hotel waren, das aus einer Metzgerei entstand?
Auch im weiteren Verlauf des Abends wechselte Martina Schwarzmann immer wieder zwischen mit Gitarre begleiteten Liedern, spitzfindigen Gedichten und komischen Erzählungen ab. Die Griffe auf der Gitarre saßen perfekt. Eine Vorliebe für die Akkorde A moll, G-Dur, F-Dur sowie C-Dur war eindeutig erkennbar. Die Gedichte enthielten erstaunliche Schüttelreime in bayerischer Mundart, die für manchen Halbbayern aus Franken oder dem Saarland nur mit höchster Konzentration zu verfolgen waren. Und so erfährt das Publikum Interessantes über fade Partys, über tote Hasen oder über Tierliebhaber, die lieber eine Sau verspeisen, als einen Salat, bei dem zum Überleben das Abstechen tausender Nacktschnecken notwendig war.
Höhepunkt vor allem für das männliche Stammtischpublikum war sicherlich das Lied “Pimpern fürn Frieden”. Die weiblichen Stammtischgäste fühlten sich eher von dem Beitrag zu Ü-30 Parties inspiriert. In Summe war es ein super Auftritt! “So schee kanns Leben sein”, wenn man das Glück hatte, diesem wunderbaren Abend beizuwohnen!
Geschrieben in Test, Kultur, Kritischer Kommentar | 1 Kommentar »
1.4.2008 von Hermann.
Habt Ihr es heute auch in der Zeitung gelesen? Das Müllersche Volksbad soll umgebaut werden! Man will den Sauna-Bereich erweitern, um wieder konkurrenzfähig zu sein zu den überall entstehenden Erlebnisbädern. Einerseits kann man sich darüber als begeisterter Saunagänger natürlich richtig freuen. Andererseits gibt es wie immer einen Haken! Das Cafe im Müllerschen Volksbad wird wahrscheinlich weichen müssen, um Platz für die neuen Saunen und Ruheräume zu bekommen. Das bedeutet für den Montagsstammtisch: wir müssen wohl oder übel schon wieder ein neues Lokal aussuchen! Ich bin deshalb dafür, eine Bürgervereinigung zu gründen und gegen die Schließung des Cafes zu protestieren. Wer macht mit? Hier gibt es übrigens die detaillierten Informationen.

Geschrieben in Lokale, Bericht | 2 Kommentare »