Die Corona Chroniken Teil 2 – Ursachenforschung

März 22nd, 2020

Ich bekomme das alles nicht mehr so richtig zusammen, aber es muss sich ungefähr so abgespielt haben:

Zuerst das Gerede in den Medien über eine mögliche Ausgangssperre.
Dann der Schock im Supermarkt wegen der leeren Regale.
Danach der Extrem-Shopping-Anfall als Kurzschlussreaktion.
Das alles inspiriert durch die Hamsterkauf-Zeitungsberichte der letzten Tage.

Das Ergebnis:

  • 38 Tuben Zahnpasta
  • 156 Dosen Ravioli
  • 15 Packungen Toastbrot
  • 240 Rollen Klopapier
  • 30 Packungen Miracoli
  • 12 Kästen Bier (im Keller standen nochmal 4 Kästen)
  • 1 Hamster

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Die Corona Chroniken Teil 1 – Willi zieht ein

März 22nd, 2020

Das ganze Corona-Gedöns hat mich relativ unerwartet getroffen. Noch letzte Woche habe ich wie viele andere nicht an das Virus geglaubt, mich über Zeitungsschlagzeilen amüsiert und panische Mitbürger veralbert.

Hamsterkäufe?
Klopapier und Ravioli horten?
Wie sinnlos ist das denn?

Und dann das: da stehe ich Freitag Abends im Supermarkt vor dem leeren Klopapier-Regal und verspüre ein Grummeln im Darmbereich. Mein Magen zieht sich zusammen, Adrenalin schießt ein, und die nackte Panik erfasst mich.

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Angriff abgewehrt dank Udo

März 24th, 2013

Cyberspace, 24. März 2013: Der Montagsstammtischblog wurde Ziel eines hinterhältigen Angriffs von Cyberspace Terroristen. Eine 861 Mann große Armee von gut ausgebildeten Hackern rund um den Globus haben den Blog mit Ihren Angriffen in den letzten Tagen bombadiert und richteten erheblichen Schaden an. Viele unsinnige, widerliche und anstößige Artikel landeten so auf unseren Seiten.

Doch Udo sein Dank – konnte der Angriff abgewehrt werden. Udo, der ständig die Seiten scannt und überwacht, bemerkte den Angriff gerade noch rechtzeitig, zog die Notbremse und formierte eine kleine aber feine Widerstandsgruppe um Commander Robert und Terminator Herminator. Commander Robert organisierte die Verteidigung. Noch in der Nacht startete er die ersten Gegenangriffe und baute einen schwer zu überwindenden Wall auf.

In einem von Taktik geprägten Scharmützel zwischen den Terroristen und den Widerstandskämpfern des Montagsstammtisch-Blogs wurden 861 illegale Nutzer eliminiert, bzw. einfach terminiert. Der Herminator hatte den Finger ständig am Abzug und drückte diesen so oft, dass er nun Krämpfe im Mittelknochenbereich hat. Die Verluste auf Seiten der Widerstandskämpfer sind noch unklar. Doch es schaut so aus, als überlebten alle legalen Nutzer des Montagsstammtisches.

Yippie-ya-yeah, Ihr Schweinebacken! Traut Euch nie wieder, hier anzugreifen! Udo hat ein wachsames Auge! Und Herminator einen schnellen Finger! Und der Commander – wie immer – alles im Griff!

Angriff abgewehrt

Baby und Baby bei einer Rap-Lesung in bayerischer Mundart

November 4th, 2010

Giesing – 12. August 2010 Das Puerto Giesing ist derzeit die heißeste Kulturstätte in ganz München. Das war Anlass genug für unsere Reporter Baby und Baby, diesem heiligen Tempel einen Besuch abzustatten. Was liegt da näher, als eine Lesung in bayerischer Mundart zu besuchen? Der wunderschöne Titel: „Vom Boden unserer Kammern – Wos hosd gsogt?“. Der Titel war Programm. Die Lesung fand irgendwo im Puerto Giesing in einer Kammer unter dem Dachboden statt. Eine sehr schöne Kammer mit ein paar Stühlen, einer Garderobe und einer Bar, an der sogar richtiges Münchner Bier ausgeschenkt wurde.

Auch das „Wos hosd gsogt?“ stand nicht aus Versehen im Titel der Veranstaltung. Denn leider beherrschten nicht alle Leser das Bayerische in einer Form, dass der Inhalt verständlich die Zuhörer erreichte. Das glichen die drei Leser jedoch mit ihrer schauspielerischen Leistung aus. Besonders beim Rauchen und beim Bier trinken zwischen den Textpassagen zeigten die Leser eine Hingabe, als wären sie Charlie Sheen nach einer durchzechten Nacht. Die selbst entworfenen Texte waren von einer Intellektualität und einer Komplexität mit unvorhersehbaren Wendungen und Themenwechseln, so dass unsere beiden Star Reporter die meiste Zeit nicht folgen konnten. Es ging im Wesentlichen um Gemütszustände und um das Wort „fei“, dessen Bedeutung fei auch nicht ganz im Dunkeln blieb. Außerdem wurden Baby und Baby ständig von der Hausfotografin Herbine abgelenkt, die anstatt der Hauptdarsteller lieber das Publikum fotografierte. Da das Publikum hauptsächlich aus Baby und Baby bestand, sind die Fotos jedoch Gott sei Dank recht ansehnlich.

Mit einem Paukenschlag endete die Lesung: ein richtiges Rap-Konzert wurde angekündig. Baby und Baby wollten gerade schon gehen, doch Rap wollten sie logischerweise nicht verpassen. Immerhin stehen sie total auf Hans & Moses – die Kultrapper aus Munich. Das Konzert ging auch sofort los und plötzlich tobte das nun zahlreichere Publikum. Denn die Rapper waren keine geringeren als Doppel-D, die wohl berühmteste Rap-Band auf der ganzen bayerischen Welt – nach Hans & Moses selbstverständlich. Baby und Baby führten gleich während des Konzerts ein Interview mit dem D am Plattenspieler. Leider können wir hier die Inhalte nicht wieder geben, da die Musik einfach zu laut war, um die Antworten zu verstehen.

Nicht nur die Lautstärke stimmte, sondern der gesamte Sound war einfach nur spitze. Baby und Baby bekamen ihre Beine nicht mehr in den Griff. Ständig wirbelten sie beim  Grooven und beim Tanzen auf und ab, hin und her. Da staunte Herbine, die Fotografin und verwackelte jedes Bild.  Und die Stimmen von Baby und Baby waren auch im Nu heiser vom Mitbrüllen der eingängigen Textpassagen. Die „oiden Zipfe“ wurden immer wieder aufgefordert, das nächste Lied zu schmettern. Jedes Lied ein Höhpunkt. Hört es Euch selbst an: Z.B. Mama – des is so oder den berühmten Watschbaam.

So fand die Lesung doch noch einen krönenden Abschluss. Und das Bayerische war bei den Rappern auch viel authentischer als bei der Vorgruppe der drei Leser. Die „oiden Zipfe“ – Rapper haben es fei den Jungspund-Vorlesern echt gezeigt, wias fei geht!

Und hier Herbines Fotos:

Puerto Giesing 1 Baby Subway Programm vom Puerto Giesing 

Drei Vorleser Doppel D DJ Doppel D 1

Baby Beschwingt Blinkfassade Baby und Baby bei der Lesung

Manfred ißt Birne

Februar 19th, 2010

Mal wieder ein wissenschaftlicher Beitrag, so wie wir Informatiker es lieben.

Der moderne, informierte Mensch, lässt sich ja heutzutage nur noch informieren. Nicht so wie im vergangenen Jahrhundert, als der wissenschaftlich interessierte Mensch nur durch harte Arbeit zu Erkenntnisgewinn kommen konnte. Da waren noch Gedanken- oder echte Experimente notwendig um zu neuen Einsichten zu kommen. Es wurden noch Äpfel und Bäume bemüht um sich die Welt zu erklären.

Zu Abstrakt? Beispiel: eine Wissenssendung im Deutschen Fernsehen behauptet, dass der Spitzenreiter auf der Bakterienverseuchungsskala der Spüllappen ist, dicht gefolgt von der Computertastatur – die Kloschüssel ist weit abgeschlagen. Kann man das glauben? Die Computertastatur vor der Kloschüssel? Wie könnte man das jetzt im Selbstversuch experimentell nachweisen? Zu eklig? Eben. Dann glaubt man doch aus bequemlichkeitsgründen einfach der Fernsehsendung. Zurück bleibt ein stiller Zweifel.

Doch irgendwann kommt jeder Zweifel mal wieder hoch. So kürzlich geschehen in der U-Bahn: mir gegenüber sitzt ein Mann mit einem Laptop auf dem Schoß. Die Computertastatur sieht mir recht sauber aus.

Glatte, hygienisch glänzende Plastiktasten. Wie soll sich da ein Bakterium halten? Auf so eine Taster gibt’s doch nix zu futtern! Als Bakterium rutscht man doch da runter, von diesem glatten Kunststoff. Dann fällt man als Bakterium in die Ritzen zwischen den Tasten. Da unten in den Ritzen kann man dann als Bakterium machen was man will. Aber mit den Fingern kommt dann keiner mehr dran. Wo ist also das Problem?

Der Mann mit dem Laptop – nennen wir ihn mal Manfred – unterbricht sein geschäftiges Tippen und kramt in seiner Manteltasche. Ziemlich speckiger Mantel. Er zieht eine Birne aus der Tasche und beißt herzhaft hinein. Eine kleine Birnensaftfontäne spritzt aus der Birne und legt sich als Birnen-Nebel gleichmäßig über die nähere Umgebung.

Manfred hat eine erstaunliche Birnen-Eßtechnik. Er ißt die Birne von unten. Das ddicke Ende der Birne verschwindet zuerst schmatzend in Manfreds Mund. Danach ein Kunstgriff: Manfred wendet die Birne um 180 Grad in Z-Richtung, so daß der Stiel nun nach unten weist, während der angebissene Birnenrest nun nach oben zeigt. Birnenmatsche auf den Fingern.

Manfred tippt mit einer Hand weiter auf der Tastatur. Manfred tippt mit einer Birnenhand weiter. Manfred tippt mit dem Birnenfingern der Birnenhand auf den glatten, sauberen Kunststofftasten.

Manfred saugt den Rest der Birne mit einer Zuzeltechnik von der Birnenachse. Birnensaft und Birnenfruchtfleisch an allen Fingern.

Manfred holt ein Stofftaschentuch aus seiner Manteltasche. Ein benutztes Stofftaschentuch. Manfred putzt seine Birnenfinger mit dem Taschentuch ab. Rotz auf Birnenfingern. Manfred tippt mit den Rotzbirnenfingern weiter. Manfreds Finger sind noch ein wenig klebrig. Manfred leckt einige Finger mit der Zunge ab. Manfred tippt mit Spuckerotzbirnenfingern.

Essen abgeschlossen. Konzentration. Manfred tippt sich wieder warm. Irgendwas juckt da im Ohr. Manfred bohrt im Ohr. Ohrenschmalz unter dem Fingernagel. Manfred tippt. Ohrenschmalz unter dem Nagel des Spuckerotzbirnenfingers.

Manfred denkt. Starrt in die Luft. Birnengeschmack im Mund. Manfred läßt seine Zunge über seine Zähne gleiten. Fasern! Birnenfasern zwischen den Zähnen! Manfreds Zunge rubbelt an den Zähnen. Manfred spült saugend Spucke durch seine Zahnzwischenräume. Die Birnenfasern sitzen fest zwischen den Zähnen.

Manfred bohrt mit seinem Ohrenschmalznagel im Zahnzwischenraum und entfernt die Birnenfasern. Manfred tippt. Spuckerotzbirnenfinger mit Zahnbelagschmalznagel auf der Tastatur.

Irgendwann steige stehe ich auf und verlasse die U-Bahn.

Ich glaube das mit den Bakterien im Spüllappen wird total überbewertet.

Bier

Dezember 10th, 2009

Hallo Montagsstammtischler,

nachdem wir ja so einen großartigen Internetauftritt in der Welt des Bieres haben, wollt‘ ich diskutieren, was das für ein Brauch mit dem Absetzen des Glases ist? Da gibt es ja die lustigsten Auslegungen…

Liebe Güße…

Cornelia 

Grenzgang auf die Zugspitze

August 3rd, 2009

Zugspitzpanorama

Garmisch-Partenkirchen, 1.8.2009 – 2962 m ragt sie auf, die Zugspitze – höchser Berg Deutschlands, ein Koloss aus blankem Fels. Es gibt verschiedene Arten, auf den Gipfel zu kommen. Am einfachsten ist es mit der Zahnradbahn und der Gondel.  Zu Fuss geht man bequem durch die Partnachklamm und das Reintal oder vom Eibsee aus. Am spektakulärsten, aber gleichzeitig am schwierigsten ist die Route über die Höllentalklamm und den Höllentalferner. 2200 Höhenmeter sind zu überbrücken, der Gletscher zu überwinden und an Drahtseilen entlang zu klettern.

Kein Problem für den Montagsstammtisch! Trotz Steinlawine kam der Reporter unserer Redaktion heil auf dem Gipfel an. Er hat die Strapazen einigermaßen gemeistert und seine Grenzen nur ein wenig überschritten. Als Beweis hat er dieses Gipfelfoto geschossen! Er gibt am 2.8.2009 eine Autogrammstunde auf dem Montagsstammtisch und steht für Fragen zur Verfügung! Berg heil!

Zu Besuch im Computermuseum München (Grossrechnerabteilung)

Mai 3rd, 2009

Frühling 2009. Schauplatz: ein unscheinbarer Parkplatz im Süden Münchens. Stammtischler Ilona und Robert steigen die Treppen zu einer Tiefgarage hinunter. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit. Im Halbdunkel sind einige Kartons und undefinierbare elektronische Geräte zu erkennen. Dahinter ein Verschlag mit mehreren Kartons. Es riecht nach Benzin und Autoreifen. Aus einer Stahltür zur Linken scheint Neonlicht – das muß es sein: die Grossrechnerabteilung des Computermuseums München.

Eingang zum Computermuseum

Ilona und Robert treten ein und werden freudig von einem älteren Herren begrüßt. Es findet gerade eine Führung mit drei Teilnehmern statt. Der ältere Herr erklärt gerade die Funktionsweise eines Lochkartenstanzers von Control Data. Er öffnet das Gehäuse des Gerätes zieht eine Platine in Zigarettenschatelgröße aus dem Gerät und ruft: „das ist ein Flipflop!“. Die Besucher staunen – manche staunen darüber, weil sie nicht wissen was ein Flipflop ist, andere staunen darüber, dass ein Flipflop so groß und so analog sein kann.

Die Führung geht weiter. Es werden Großrechner der Control Data Corporation und deren Peripherie präsentiert. Zudem gibt es historische Platinen mit Kernspeichern zu bewundern – ein Board von der Größe eines Posters hatte immerhin eine Kapazität von einem Megabit. Der ältere Herr betont, dass man mit etwas Fingerspitzengefühl bei einem Kernspeicher durchaus mal ein kaputtes Kabel wechseln kann – das sollte mal jemand bei einem modernen RAM-Speicher probieren. An der Wand lehnt die Magnetscheibe einer historischen Festplatte. Sie hat die Größe eines Wagenrades und faßt immerhin 3 Megabyte.

Ilona vor 3MB Magnetscheibe

Die Führung nähert sich ihrem Höhepunkt: einer der Control Data Großrechner wird hochgefahren. Ein elektrisches Surren erfüllt den Raum. Die Lampen an den Magnetbandspeichern und am Drucker fangen an zu blinken.

Magnetbandspeicher 

Ein Monitor gibt Statusmeldungen aus. Die grünen Zeichen  wirken fremdartig – fast wie die Zeichen auf dem Display eines Raumschiffs in einem Science-Fiction Film oder wie Keilschrift in grün. Es handelt sich um ein Vektor-Display, das alle Zeichen aus Kreisbögen oder Geraden zusammensetzt. Daneben ein Speicherdisplay – neue Textzeilen werden in grellem Grün auf das Display geschrieben – der Effekt wirk futuristischer als im Film Matrix.

Nach geraumer Zeit ist das System betriebsbereit. Der ältere Herr am Terminal startet einen Druckauftrag und schreibt Daten auf den Magnetbandspeicher. Der Drucker bedruckt seitenweise Papier während der Magnetbandspeichern knurrende Geräusche von sich gibt.

Die Führung geht im benachbarten Raum weiter. Es gibt einige Großrechner von Cray und NEC zu sehen. Jede dieser Maschinen hat noch vor wenigen Jahren zweistellige Millionenbeträge gekostet. Jetzt stehen die Maschinen stromlos wie ausgestorbene Technologie-Dinosaurier dicht an Dicht.

 NEC Supercomputer

Beim umherschlendern durch die schmalen Gänge zwischen den Rechnern, bieten sich immer wieder interessante Einblicke in das Innenleben der Großrechner: Stromversorgung mit fingerdicken Stromschienen, dicke Bündel von Kabeln wachsen aus den Leiterplatten, dazwischen Wasserleitungen für die Kühlung der Prozessoren.

Verkabelung

Der kurzweilige Rundgang endete nach etwa 90 Minuten. Das Museum ist ein echter Geheimtipp für Informatiker – hier kann man noch funktionierende Retro-Technologie in Aktion bestaunen. Und das besondere: einer der beiden älteren Herren (welcher sich nach Internetrecherche als der Gründer des Computermuseums herausstellte) ist eigentlich selbst eine Attraktion: er hat in seiner beruflichen Karriere selbst mit Control Data Computern gearbeitet und ist daher in der Lage diese Geräte souverän zu bedienen.

Ein älterer Herr, der durchaus in der Lage ist einen Control Data Großrechner zu bedienen

Fazit: ein absolut sehenswertes Computermuseum mit funktionsfähiger Hardware und originalen, gut erhaltenen Operateuren. Sollte sich ein Leser des Montagsstammtisch-Blogs berufen fühlen selbst mal Hand an die antike Hardware zu legen: einige der Maschinen sind Samstags per Remotezugriff über das Internet zu erreichen.

Filmkritik: Tatort – Gesang der toten Dinge

März 31st, 2009

Tatort- Verfolgungsjagd Tatort - die Kommissare Batic und Leitmayr in Aktion

München, 29.4.2009 – So sehr habe ich mich auf den neuen Tatort mit den Münchner Kommissaren Batic und Leitmayr (gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) gefreut und dann das: Das soll ein Krimi gewesen sein? Es wirkte mehr wie eine Slapstick-Komödie ala „Non stop Nonsens“ von Didi Hallervorden, nur mit weniger Niveau. Es fing schon beim Szenario an. Ein Mord in der esoterischen Astrologenszene. Wer kam denn auf diese Schwachsinns-Idee? Spätestens nachdem Batic beim Nordic Walking (!!!) es schaffte, seinen Fuss zu verstauchen und von alten Münchner Damen träumte, die samt Hund am Mond vorbeiradeln wie einst E.T., da war mir klar: dieser Fernseh-Abend ist nun wohl total versaut!

Doch man glaubt es kaum – es kam noch schlimmer. Z.B. als Leitmayr versuchte, einen Verdächtigen zu fassen, der floh. Der Verdächtigte bewegte sich langsamer als Batic beim Nordic Walking mit verstauchtem Bein und trotzdem holte ihn Leitmayr auf seiner Flucht durch endlose Wälder und Flüsse einfach nicht ein. Erst als der Verdächtigte so tat, als wäre er eine Statue, um sich unsichtbar zu machen, konnte Leitmayr ihn fassen. Ein absolutes Wunder, dass Leitmayr auf diesen genialen „Trick“ nicht hereinfiel.

Die anderen Szenen waren meist noch absurder: Verdächtige entführten Katzen, trugen falsche Bärte, sprachen halbnackt mit der Jungfrau Maria, versuchten mit Golfschlägern alte Damen umzubringen, wobei sie ins Wasser fielen oder sie wurden von Rollstuhlfahrern verfolgt und versteckten sich in Mülltonnen. Diese Szenen passten in einen Krimi wie Hauptkommissar Schimanski in die Oper.

Carlo (gespielt von Michael Fitz), der früherer Gehilfe der beiden Kommissare, hätte sicherlich die eine oder andere Szene noch gerettet. Doch der hatte ja im Tatort zuvor seinen letzten Auftritt. Nun kam also „die Neue“. Leider wurde diese Rolle total fehlbesetzt. Wie konnte man nur eine Frau mit Kurzhaarschnitt dafür auswählen, die kein Wort bayerisch spricht?  Es spricht ja eh keiner bayerisch im Münchner Tatort – das ist schon schrecklich genug. Aber dass nun die „Neue“ ausgerechnet in fürchterlichem Schweizer-Deutsch daherlabern muss – das ist ja nicht zum Aushalten. Da hat auf der Besetzungscouch wohl ein Saupreis gelegen, der Schweizer-Deutsch mit Oberpfälzisch (Anmerkung der Redaktion: die typische Sprache der Münchner Polizisten) verwechselt hat. Wenigstens eine Österreicherin hätte man da auswählen können. Denn auf Österreicher trifft man in München wesentlich häufiger als auf Schweizer. Es bleibt nur zu hoffen, dass die neue Kollegin bald wieder nach Basel versetzt wird.

Bevor das nun so weitergeht beim Münchner Tatort, sollten wohl auch Batic und Leitmayr lieber in Pension geschickt werden. Dann braucht sich Batic auch nicht mehr die Haare zu färben. Vielleicht könnte man ja einfach die Tatort-Kommissare Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Franz Kappl (Maximilian Brückner) nach München versetzen. Die passen da eh viel besser hin als nach Hannover bzw. Saarbrücken. Oder reanimiert doch einfach Schimanski! Der kann zwar auch nicht bayerisch – aber reden tut der eh nicht so viel, sondern lieber prügeln. Als erstes sollte er gleich mal den Regisseur und Drehbuchautor von „Gesang der toten Dinge“ verprügeln. Nix für unguat!

Filmkritik – „Operation Walküre“

Februar 17th, 2009

Warum sollte man sich diesen Film über das traurige, bewegende Schicksal des Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg im Kino ansehen? War doch erst kürzlich ein bereits sehr beeindruckender Fernsehfilm zum gleichen Thema im Fernsehen zu sehen (http://de.wikipedia.org/wiki/Stauffenberg_(Film)).

Gut, dieser Film hat schon im Vorfeld wegen seiner Besetzung mit dem nicht ganz unumstrittenen Scientologen Tom Cruise viel Aufsehen erregt. Aber das kann kein Grund sein. In „Operation Walküre“ ist ein sehr untypischer Tom Cruise zu sehen. Authentisch gespielt, wenig Hollywood. Tom Cruise wirkt als Stauffenberg nicht überzogen – man hat sich also wirklich Mühe gegeben mit dem Film dokumentarisch zu bleiben.

Trotzdem ist dieser Film kein cineastisches Highlight. Der Film ist nur in einer Beziehung ein Highlight: er enthält unglaublich viele Fehler.

Schon nach wenigen Minuten fällt dem aufmerksamen Zuseher in einer Szene auf, dass von oben ein Mikrofon in die Szene ragt. Gut, kann ja mal passieren. Sollte aber nicht acht mal in 90 Minuten passieren – schon gar nicht in einer aufwendigen Hollywood-Produktion.

Doch als wäre das nicht genug: auch bei den Special Effects wurde geschlampt: man hat Tom Cruise in den meisten Szenen schön zwei seiner fünf Finger wegretuschiert – schließlicht hatte der echte Stauffenberg einige Finger und seine Hand bei einem Bombenangriff verloren. Toll gemacht, wirkte sehr authentisch. Seltsam ist nur, dass die Cruise’schen Finger nach Lust und Laune plötzlich mal wieder da, oder auch mal wieder weg waren. Flackernde Finger gewissermaßen.

Dann wären da noch die Szenen vor der Kaserne des Ersatzheeres. Hier hat man mal das Gebäude korrekt zurechtretuschiert, mal aber auch nicht. In einigen Einstellungen ist klar die Neonschrift „Messe Berlin“ auf dem Dach des Gebbäudes zu sehen.

Am Ende des Filmes fragt man sich schon, wie es möglich ist, so viele Fehler im Film zu übersehen. Wohlgemerkt: diese Fehler sind schon beim erstmaligen Ansehen des Filmes aufgefallen – vermutlich würde man beim nochmaligen Ansehen deutlich mehr Fehler finden.

Fazit: ein dokumentarisch gut gemachter, aber schlampig umgesetzter Film. Aber auch ein lustiges Suchspiel für Rätselfreunde.